Restaurierung der Raumschale St. Nikolas in Passau - Form und Farbe Ehmann

Referenzen-Details

Restaurierung der Raumschale St. Nikolas in Passau

Restaurierung der Raumschale St. Nikolas in Passau
Kunde: Staatliches Hochbauamt Passau
Jahr: 2016
Typ: Restaurierung

Leistung

Restaurierung der Raumschale

Herausforderung

Der Augustinerchorherrenstift St. Nikola wurde um 1070 von Bischof Altmann von Passau, dem ehemaligen Kapellan der Kaiserin Agnes, gestiftet. Durch ein Erdbeben im Jahr 1348 wurde die Kirche zerstört. Darauf folgte ein gotischer Neubau auf dem alten Grundriss.
Die Klostergebäude erfuhren 1666 durch Carlo Antonio Carlone eine Überarbeitung im Barockstil und gruppieren sich um zwei große Höfe. Das Innere der Kirche wurde 1716 durch den Linzer Johann Michael Prunner und den Passauer Domkapitel-Maurermeister Jakob Pawanger umgestaltet. Die Stuckaturen schuf Giovanni Battista d'Allio. Die Fresken stammen von Wolfgang Andreas Heindl aus Wels und zeigen in der Vierungskuppel Mariae Himmelfahrt.

Lösung

Alle Bereiche der Raumschale wurden optisch, haptisch und perkussiv geprüft. Hohlliegende Bereiche wurden gegebenenfalls markiert. Armierungen und Feuchteschäden wurden mit entsprechenden Geräten kontrolliert und gekennzeichnet.

Konsolidierung hohlliegender Bereiche

Hohlbereiche und Ablösungen wurden sodann gesichert und gefestigt. Hierfür wurden vorsichtig durch schlagfreies Bohren Injektionskanülen gesetzt, sofern Zugänge nicht über bestehende Rissbildung erfolgen konnte. Nach Einbringen einer Vorfestigung erfolgte die mehrstufige Injektage von mineralischem Injektionsmörtel in abgestimmten Verdünnungsstufen. Durch geeignete Abdichtungsmaßnahmen der Injektionslöcher wurde ein unkontrolliertes Austreten des Materials verhindert. Risse wurden verdämmt.

Stark ausladender Stuck wurde über konische Öffnungen mit Edelstahlschrauben des Typs A2 befestigt. Die Schrauben wurden analog der originalen Verankerungen mit armierten Grob- und Feinstuckmörteln vertieft eingebaut. Auch Kombinationen von Verankerung und Injektion kamen zum Einsatz.

Rekonstruktion der Stuckaturen und stuckbildhauerische Ergänzungen

Optisch auffällige Fehlstellen am Antragsstuck wurden rekonstruiert bzw. stuckbildhauerisch ergänzt. Diese Ergänzungen wurden in Material, Form und Ausarbeitung an die qualitätvollen Stuckaturen angepasst. Die Ausführung erfolgte randgenau und ohne jegliche Überschmierungen.

Sanierung von salzbelasteten Bereichen

Wasserschäden wurden saniert und geschädigte Bereiche stabilisiert. Aufliegende Salzflaume und Salzkrusten wurden trocken und mechanisch mit geeignetem Werkzeug entfernt. Durch sogenannte Trockenkompressen wurde eine Salzreduktion erreicht. Bearbeitungsziel war, feuchtegeschädigte Bereiche zu konsolidieren und zu stabilisieren, sodass eine weitere Bearbeitung mit Grob- und Feinstuckmörtel möglich wurde. Völlig instabile Bereiche wurden bis zu einem gesunden Grund zurückgearbeitet und neu aufgebaut. Salzdepots, die sich zwischen Putz und Mauerwerk befanden, wurden unter lokalem Rückbau geöffnet und entfernt.

Nach erfolgreicher Salzreduktion und Stabilisierung wurden die Bereiche dreimal mit Remmers Sulfatex nass in nass behandelt. Zur Strukturfestigung kam gegebenenfalls verdünntes Syton X 30 zum Einsatz.

Restaurierung von Putz und Stuck

Anschließend wurden die Stuckaturen restauriert, Risse saniert und Fehlstellen ergänzt. Alle Fehlstellen und Ausbrüche wurden in jeweils angepasstem Material formengerecht geschlossen, wobei auf ein homogenes Erscheinungsbild geachtet wurde. Ohne Abtrag von Bestandssubstanz konnten gute Anbindungen der Ergänzungen hergestellt werden.

Lockere Altkittungen und Stuckteile in den Rissen wurden vorab entfernt, Rissflanken wurden gesäubert und gegebenenfalls strukturell gefestigt. Tiefer liegende Risse wurden mit Grobmörtel verstopft und bündig mit Feinstuckmaterial geschlossen. Auf das Schaffen nachhaltiger Anbindung und Haftung wurde großes Augenmerk gelenkt. Statisch bedingte Risse wurden mit Trasskalksuspension verfüllt. In jedem Fall wurden Überschmierungen ausgeschlossen. Auffällige frühere Überschmierungen wurden beschädigungsfrei mechanisch rückgearbeitet.

Unebenheiten und Ausbrüche wurden mit Feinstuckmaterial gekittet.

Statische Risse im Mauerwerk der Gurtbögen wurden kraftbündig stabilisiert. Hierfür wurden lockere Putze abgenommen, Stuckaturen und Fresken mittels Cyclododecan geschützt. Die Risse wurden sodann verdämmt und Schläuche oder Packer eingesetzt, über die die Verfüllung der Hohlbereiche mit Trasskalkinjektionsmörtel erfolgte.

Lose Stuckteile wurden mit geeignetem Material wieder in ihrer ursprünglichen Position ausreichend und nachhaltig befestigt. Korrodierte Armierungen wurden vorab entsprechend behandelt.

Restauratorische Malerarbeiten

Für den Restaurierungsverlauf war es notwendig, zusätzlich zu der Befunduntersuchung aus dem Jahr 2000 Freilegungsproben durchzuführen. So erfolgte eine systematische Durchsicht der Wand- und Gewölbeflächen sowie Stuckaturen, um Erkenntnisse über die historischen Putze und Fassungen bzw. bauliche Veränderungen zu erhalten. Die gewonnenen Ergebnisse wurden sowohl schriftlich als auch fotografisch dokumentiert.

Anschließend wurde die sichtbare, sehr stark verschmutzte und fleckige Kalkfassung durch vorsichtiges Abkehren mit Borstenpinseln bei gleichzeitigem Absaugen gereinigt. Besondere Vorsicht galt stuckierten Bereichen und vorhandenen Stuckprofilen sowie dem behutsamen Anarbeiten an die Deckenfresken.

Bei einem Ortstermin zur Musterachse im Jahre 2000 wurde festgelegt, die letzte sichtbare Fassung von 1959/60 abzunehmen, da die Farbe sehr pastos aufgetragen wurde und den Stuck in seiner ursprünglichen Wirkung beeinträchtigte. Die Sichtfassung der stuckierten Bereiche wurde also durch Reinigung mit Heißdampfgeräten und Schleifvliesen mechanisch abgenommen. In allen Bereichen wurde auf eine behutsame Abnahme geachtet, da die originale Erstfassung oftmals direkt unter der sichtbaren Fassung lag.

An glatten Flächen wurde die Sichtfassung gleichmäßig mit Spachteln und Vliesen abgenommen. Anschließend wurde mit Wasser nachgereinigt. Auch hier galt der oft darunter liegenden Erstfassung große Achtsamkeit.

Nicht mehr benötigte Schrauben, Nägel und Wandhaken wurden entfernt und die dadurch entstandenen Fehlstellen fachgerecht verschlossen.

Feuchte und lose Putzflächen vor allem im Bereich der Sockelzonen sowie materialfremde Werkstoffe wie Gipsmörtel wurden entfernt. Der freigelegte Untergrund wurde trocken abgekehrt.

Putzergänzungen und Rissverschlüsse erfolgten mit Kalksandmörtel. Verschweißt wurde mit Kalksandschweiß unter Zugabe von Marmormehl mittels Filzhobel oder Gummischwamm entsprechend der umliegenden Oberflächenstruktur. Niveauangleichungen im Bereich abgenommener Kalkfassungen wurden mit Feinschweiß ausgeführt.

Elektroschlitze und Löcher wurden mit artgleichem Material der bestehenden Oberfläche entsprechend geschlossen.

Schwach gebundene Putzbereiche wurden durch mehrmaligen Auftrag von Kieselsäureester mit abnehmender Konzentration gefestigt.

Risse bis zu fünf mm Breite wurden durch Aussaugen mittels Staubsaugern bzw. durch Auswaschen mittels Heißdampfgeräten gereinigt.

Risse ab fünf mm Breite wurden keilförmig geöffnet, ebenfalls gereinigt und anschließend der umliegenden Struktur und Oberfläche entsprechend verschlossen.

Neufassung in Kalklasurtechnik

Anschließend folgte der dreifache Grundanstrich aus Kalklasuren. Verwendet wurde mindestens fünf Jahre eingelagerter Sumpfkalk ohne Verwendung von künstlichen oder organischen Zusätzen (ausgenommen Leinöl). Die glatten Wandflächen wurden im Kreuzgang mit Bürsten getüncht. In den stuckierten Bereichen wurde auf einen besonders sorgfältigen Auftrag der Kalklasuren geachtet, um das Entstehen von Kalknestern zu vermeiden.

Weitere Anstriche und ihre Anzahl wurden je nach Saugfähigkeit individuell an die Untergründe angepasst.

Mit der Neufassung der Raumschale sollte die Erstfassung rekonstruiert werden. Die Farbverteilung erfolgte nach Musterachse und vorliegenden Befundergebnissen. Ausgeführt wurde die farbige Gestaltung mit drei verschiedenen Farbtönen als Lasuranstriche. Zur Anwendung kamen ausschließlich hoch licht- und kalkechte Pigmente.

Der Wandton bestand aus einem gebrochenen Weiß (ital. Goldocker, Eisenoxydrot, Umbra grünlich, Elfenbeinschwarz), die Stuckornamentik erhielt ein helles Rot (Eisenoxydrot, Eisenoxydgelb), der Sockel wurde in hellem Grau gestrichen (Elfenbeinschwarz, Umbra grünlich).

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